Webanalyse: Sinnvoll für (fast) jeden Online Unternehmer – auch bei kleinen Websites


Zuletzt aktualisiert am 22.05.2022

Als Online Unternehmer ist die Website ein zentraler Verkaufskanal: Zu wissen, warum man was verkauft (und warum nicht) ist dementsprechend elementar für den Erfolg des Unternehmens.  Auch Einzelunternehmer und Startups haben mit ihrer Website bereits viel Potential mit wenig Aufwand in der Datenanalyse viel zu erreichen. Was Webanalyse überhaupt ist, wie sie dir auch bei einer kleinen Website weiterhilft und wie du anfangen kannst:

Ich steige mal direkt provokant ein:

Weißt du eigentlich, was auf deiner Website passiert und was deine Nutzer gut finden?

Und was deine Nutzer davon abhält bei dir dein Angebot zu kaufen?

Die Webanalyse soll dir helfen diese Frage zu beantworten.

Was ist Web Analyse / Web Analytics / Web Controlling?

Ich vergleiche es gerne mit dem lokalen Ladengeschäft oder einer lokalen Dienstleistung:

Während du in einem lokalen Ladengeschäft als Ladenbesitzer sehen kannst, 

  • wie viele Interessenten in den Laden kommen, 
  • welche Aufsteller besonders viele Interessenten anziehen, 
  • auf welche Produkte du immer wieder angesprochen wirst 
  • und wie viele Kunden mit einer Einkaufstüte den Laden wieder verlassen, 

siehst du das alles auf deiner Website ohne Web Analytics nicht.

Du kannst zudem im direkten Kontakt mit deinen Besuchern herausfinden,

  • weshalb sie zu dir gekommen sind,
  • ob sie sich vielleicht nur umschauen wollen oder ob sie etwas bestimmtes suchen,
  • wo sie noch Hilfestellungen brauchen
  • und warum sie vielleicht auch etwas bei dir gekauft / eine Dienstleistung in Anspruch genommen haben.

Auf deiner Website sind diese Beobachtungen zur Intention deines Besuchers deutlich schwerer abzubilden, was es auch schwierig macht deine Website und dein Angebot auf deine potentiellen Kunden wirklich passgenau auszurichten.

Um also in der Website-Optimierung nicht komplett im Blindflug unterwegs zu sein und passgenaue Angebote zu schaffen, soll die Webanalyse helfen.

Hier versucht man genau das auch für dein digitales Unternehmen abzubilden, während aber gleichzeitig aber die Anonymität des Nutzers bewahrt werden soll.

Das Ziel der Webanalyse ist also die Interaktionen auf einer Website datenseitig abzubilden und dann (zielführend) auszuwerten

Klassischerweise funktioniert Webanalyse über Browser-Cookies. Je nach Umfang des Set Ups enthalten diese Cookies Informationen über den Besuch von Seiten oder eben auch Interaktionen wie der Klick auf bestimmte Buttons oder die Interaktion mit Produkten. Diese Erfassung erfolgt pseudonym, was bedeutet, dass nicht Name, Vorname, Adresse, … des Nutzers erfasst werden, sondern eine ID für jeden Nutzer vergeben wird.

Die dabei anfallenden Daten gilt es dann zielführend auszuwerten, was den Kern der Webanalyse bildet.

Warum Web Analytics Tools für (fast) jeden Online Unternehmer sinnvoll sind

Online Unternehmer verdienen mit ihrer Website Geld. In den meisten Fällen direkt durch integrierte Buchungs- oder Shop-Systeme, aber in den anderen Fällen auch indirekt, indem potentielle Kunden über die Website mit dem Unternehmer in Kontakt kommen.

Diese Kontaktpunkte zu verstehen, ist essentiell für den Erfolg des eigenen Unternehmens, denn ohne Webanalyse hast du nur wenige Möglichkeiten die Wünsche deiner Zielgruppe und die Kundenreise deiner Kunden zu verstehen. 

Dabei sind beliebte Fragen in der Webanalyse:

  • welche Marketing-Kanäle dir die meisten Besucher und welcher dir auch am meisten Kunden bringt
  • welche Art von Nutzer du wirklich anziehst, was sie interessiert und ob sie sich für deine Angebote interessieren
  • welche Seiten relevant sind, wo steigen die Nutzer aussteigen und was sie suchen
  • welche Angebote auf deiner Website vielleicht interessant waren, aber dann den potenziellen Kunden nicht überzeugt haben

Mit den Antworten wird dein Marketing genauer, dein Produkt besser aufbereitet und deine Website für den potenziellen Kunden logischer. 

Und dadurch verdienst du unterm Strich mehr Geld: 

Entweder in dem du effizienter wirst und Kosten einsparst oder in dem du Potenziale aufdeckst und diese in mehr Umsatz verwandelst.

Auch wenn ich persönlich es jedem Online Unternehmer empfehle das eigene Webtracking ordentlich aufzusetzen und in die Analyse zu gehen, gibt es ein paar Gründe, wo ich zustimme, dass es wenig sinnvoll ist ein Web Analytics Tool zu nutzen:

  • Wenn man definitiv kein Interesse an Daten & Analyse der eigenen Website hat
  • Wenn man einen One Pager (Website mit nur einer Seite) hat und keine Zeit, Geld oder Motivation hat das Tracking hierfür aufzusetzen

Ich stehe ganz am Anfang – wie sehen erste Schritte in der Webanalyse aus?

Welches Web Analytics Tool passt zu meinem Unternehmen?

Das am weitesten verbreitetste Web Analytics Tool ist Google Analytics. Es ist kostenlos und relativ einfach zu implementieren und bedienen. Doch Google ist ein US-amerikanisches Unternehmen, weshalb viele Unternehmer nach Alternativen suchen. Ein ähnliches Tool, was durch die Möglichkeit es auf den eigenen Servern zu hosten im Datenschutz attraktiver ist, ist Matomo. Ein umfangreichere Vergleich der beiden Tools und andere, die ich empfehlen kann, folgt.

Web Tracking aktivieren = Plug and Play?

Ein Web Analytics System ist in der Regel im Standard-Set Up sehr schnell aufgesetzt. Tools wie Google Analytics oder Matomo lassen sich oft bereits über ein paar Zeilen Code, direkt mit Plugins in den Content Management Systemen wie WordPress oder über sogenannte Tag Manager einbauen.

Jedoch empfehle ich aus Datenschutz-Gründen die Implementierung jeglicher Tracking Codes nur in Verbindung mit Cookie Consent Tools. Denn wer Daten erhebt, in dem er beispielsweise ein Web Analytics Tool einbaut, muss den Datenschutz beachten. (Hinweis: Ich bin keine Rechtsanwältin und kann somit keine rechtsverbindliche Beratung leisten)

Tracking aktiviert: Was ist möglich?

Viele Web Analytics Systeme enthalten Standard-Trackings. So können bereits einige interessante Datenpunkte automatisch erfasst und für Website-Optimierung genutzt werden. Beispiele dafür sind die Erfassung und Optimierung nach Website-Zielen / Conversions und die Auswertung der eigenen internen Suche, um herauszufinden, was der Nutzer auf der eigenen Seite gesucht hat.

Gerade dieser Aspekt der Standard-Trackings macht es für Unternehmer, die in die Webanalyse einsteigen wollen, meistens auch einfacher mit dem Tool zu arbeiten. Die Benutzeroberfläche des Web Analytics Tools ist oft bereits für diese Nutzungsszenarien ausgearbeitet und es sind keine Programmier- oder Visualisierungskenntnisse erforderlich. 

Es ist jedoch auch möglich tiefergehend die Website Interaktionen zu analysieren und so zum Beispiel Button-Klicks, das Scrollverhalten auf Landingpages oder die Lesezeit eines Nutzers auf einer Blogseite zu erfassen. Hier ginge es dann aber schon etwas tiefer in das Thema Webanalyse.

Wie lange dauert es bis ich mit Systemen wie Google Analytics routiniert arbeiten kann? 

Auf diese Frage gibt es leider so pauschal keine Antwort.

Meinen Erfahrungen nach kann es von wenigen Tagen bis ein paar Wochen dauern bis das Set Up richtig eingerichtet ist und man mit seinem Webanalyse Tool in die Umsetzung kommen kann.

Denn bevor man wirklich analytisch anfangen kann, muss ein ordentliches Tracking Set Up stehen, die Implementierung der Web Analytics Tools muss also richtig erfolgt sein.

Aus meiner Sicht ist die Dauer abhängig davon 

  • wie weit man vorher schon im Thema war
  • ob man sich die neuen Inhalte komplett selbst recherchiert und erarbeitet, 
  • ob man sich mit bereits strukturierte Informationsquellen (wie diesen Blog 😉 ) am Thema entlang hangelt oder 
  • ob man sich auf dem Weg begleiten lässt (ich biete hier zufällig auch meine fachliche Unterstützung zu an)

Loggt man sich dann die ersten Male ein, wird man in vielen Webanalyse Systeme oft schon mit vielen Berichte, Kennzahlen und Dimensionen “erschlagen”. Diese Hürde versuche ich mit Inhalten im Blog und auch meinen Gruppenprogrammen Schritt für Schritt abzubauen. Hier sind ein paar weiterführende Artikel, die dir helfen können:

Wenn dann aber die Basis steht dann geht es mit jeder Fragestellung leichter und routinierter. Es ist wie in jedem anderen Tool auch: Mit Übung wird es immer einfacher.

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