Warum du jetzt neben Universal Analytics Google Analytics 4 haben solltest


Zuletzt aktualisiert am 21.07.2022

Seit Oktober 2020 gibt es von Google Analytics eine neue Version: Die 4. Generation von Google Analytics, auch Google Analytics 4 genannt wird die 3. Version (Universal Analytics (kurz UA)) im Juli 2023 komplett ablösen. 

Doch was ist neu und warum ist es nicht damit getan ein einfaches Google Analytics 4 Upgrade vorzunehmen? Kurz: Google Analytics 4 ist nicht nur ein einfaches Update, sondern eine Generalüberholung des fast 10 Jahre alten Universal Analytics und basiert demnach auf einer viel modernen Tracking Technologie.

Google Analytics 4 vs Universal Analytics – was ist neu, was ist anders?

Das Offensichtlichste: Das Reporting Interface / die Google Analytics 4 Berichte

Wenn man sich zum ersten Mal in Google Analytics 4 einloggt und sonst nur Universal Analytics kennt, wird man erst einmal erschlagen. Alles sieht auf den ersten Blick anders aus und nichts scheint intuitiv.

Die Berichte sind erstmal anders benannt und die verschiedenen Berichtstypen bei Google Analytics auch nicht direkt auf der Startseite angeordnet, sondern erst mit Klick auf “Berichte” sichtbar:

google analytics 4 vs universal analytics

Zudem sind viele Berichte aus Universal Analytics, stark abgewandelt oder gar nicht in Google Analytics 4 zu finden. Das stellt viele, die das Google Analytics Interface regelmäßig benutzt haben, vor eine große Herausforderung.

Mein bester Tipp ist hierbei leider nur: Wage dich an Google Analytics ran und versuche mit dem Interface warm zu werden.

Für manche eher im Hintergrund: Event Tracking

Was für manche nur teilweise relevant ist, aber technisch (und für viele auch analytisch) schon einen deutlichen Unterschied macht, ist der Fakt, dass Google Analytics 4 nun 100 % eventbasiert ist. 

Dass bedeutet, dass Google Analytics 4 nicht mehr wie Universal Analytics auf den Seitenaufrufen, Transaktionen, User Timings, etc. basiert, sondern ALLES als Event erfasst.

Für die Google Analytics Nutzer, die bisher keine Events genutzt haben, ist das erstmal eine gute Nachricht. Denn Google Analytics 4 trackt ein paar Ereignisse nun standardmäßig mit, wofür man in Universal Analytics einen Tag Manager gebraucht hätte.

Für Google Analytics Nutzer, die bisher ein umfangreiches Event-Konzept hatten, ist es eine riesige Umstellung. Denn auch die vielfach geliebte und gehasste Event Struktur event_category, event_action und event_label fällt nun weg. Diese Event Logik kann zwar über Parameter “aufgefangen” werden, ist aber nicht ganz so einfach darzustellen wie in Universal Analytics.

Die Überraschung: Die Bounce Rate ist weg, aber es gibt die Engagement Rate

Die Bounce Rate (oder auf deutsch: die Absprungrate) ist wohl eine der wichtigsten Kennzahlen in Universal Analytics. Auch wenn vielen bewusst ist, wie manipulierbar sie ist, gibt es kaum eine Diskussion unter Marketing und Produkt Managern, in der die Bounce Rate nicht mindestens einmal als Begriff fällt.

In Google Analytics 4 ist die Bounce Rate jedoch verschwunden beziehungsweise durch die Engagement Rate ersetzt worden. Die Engagement Rate ist kurz zusammengefasst die umgekehrte Bounce Rate. Sie stellt also alle Sitzungen dar, die mindestens eine Interaktion hatten und somit nicht abgesprungen sind.

Diese Änderung in einer kompletten Kennzahlendefinition zeigt auch, wie wichtig es ist so bald es geht Google Analytics 4 zu implementieren, da sich gewisse Kennzahlen gar nicht mehr und andere Kennzahlen aufgrund der anderen Tracking-Logik nur mit einem großen Zukneifen der Augen vergleichen lassen.

Für Vorjahresvergleiche: Zeitnah Google Analytics 4 einrichten

Ich kann es nicht oft genug betonen: Meine klare Empfehlung ist es Google Analytics 4 zeitnah parallel zu Universal Analytics einzurichten.

Denn keine Vorjahreswerte zu haben, ist für die meisten Unternehmen kontraproduktiv. Es braucht dafür keine großen saisonalen Umsatzschwankungen, denn viele Unternehmen bemerken in den verschiedenen Jahreszeiten auch unterschiedliches Nutzerverhalten auf ihrer Website und steuern ihre Angebote auch entsprechend anders.

Und aus Erfahrung kann ich leider auch sagen, dass viele Tracking-Lücken erst bei der Arbeit mit den Zahlen auffallen, was für mich noch ein Argument ist, so früh wie möglich Google Analytics 4 einzubinden (und idealerweise auch schon zu nutzen).

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