3 einfache analyse-basierte Maßnahmen, mit denen du deine Conversion steigern kannst

Als Webdesignerin weiß Mareike Schamberger sehr genau, worauf es ankommt, damit eine Webseite auch verkauft. Also konvertiert. Sie arbeitet mit Gründern und kleinen inhabergeführten Unternehmen. Du findest sie unter www.teamstreber.de. Eine eigene Marketing-Abteilung haben ihre Kunden oft nicht. Deswegen sind ihre Tipps pragmatisch und alltagstauglich.

Ich habe sie für meinen Blog gefragt, ob sie mal drei einfache Maßnahmen mit uns teilen kann, mit denen die Webseite noch besser verkauft und die Conversion gesteigert wird. Analyse allein bringt nämlich gar nichts. Spannend wird es erst, wenn du Maßnahmen ableitest und so langsam aber stetig die eigene Website für deine Kunden verbessern kannst.

Vielen Dank, Mareike für den praxisnahen Einblick in die Anwendung der Analyse für die Website-Optimierung:


Renner und Penner

Als alte Vertrieblerin (ich habe BWL mit dem Schwerpunkt Marketing studiert, bevor ich Webdesignerin wurde) liebe ich diese Auswertung. Das ist mit ganz großem Abstand die, die ich am meisten mache. Und zwar in allen Unternehmensbereichen.

Du solltest immer wissen, was deine Kunden begeistert –
und ihnen dann mehr davon geben.

Wir starten unsere Analyse mal mit der Frage:

Was sind die besten und die schlechtesten Inhalte auf deiner Webseite?

Diese Inhalte schauen wir uns genau an. Das Ergebnis wird eine Website sein, die deinen Besuchern viel mehr Spaß macht, denn sie finden interessante Inhalte leichter und werden dann auch viel eher bei dir kaufen.

ACHTUNG: Wenn du nicht so viel Zeit hast, dann such dir in jedem Schritt EINE Seite aus und setz die Maßnahmen um.

Dann hast du schon viel gewonnen. Wenn du wirklich an deiner Conversion arbeiten willst, nimm dir einen Vormittag Zeit und arbeite mal so richtig an deiner Conversion.

Das Ziel: Renner und Penner finden

Das mache ich so: In Google Analytics lasse ich mir bei Verhalten den Content über alle Seiten anzeigen und stelle einen möglichst langen Zeitraum ein. Sechs bis zwölf Monate sind super. Bei saisonalen Themen gern über ein ganzes Jahr analysieren.

Aus dieser Liste leite ich mal drei einfache Maßnahmen ab, die du sehr schnell umsetzen kannst und die deine Conversion deutlich steigern sollten.

1.) Seitenaufrufe: Hidden Champions identifizieren

Wir starten mit einem Quick Win. Das geht wirklich schnell und ist sehr einfach.

Sortiere deine Liste nach Seitenaufrufen.

Schau dir genau an, welche Seiten oft und welche nicht so oft aufgerufen werden. Hab dabei immer einen Seitenblick auf die Verweildauer (also die durchschn. Zeit auf der Seite).

ACHTUNG: Länger ist hier nicht automatisch besser. Bitte hier den gesunden Menschenverstand unbedingt einschalten.

Am Beispiel: Auf einer Landingpage, bei der nur der Newsletter abonniert werden soll und kein Text drauf ist, außer dem Formular, sollen die Besucher kurz verweilen. Wenn die zu lange brauchen, um dein Formular auszufüllen, dann brauchst du ein besseres Formular 😉

Wir machen uns auf die Suche nach Hidden Champions. Seiten (mit guten Inhalten), die nur sehr selten aufgerufen werden und die eine lange Verweildauer haben. Die gibt es auf jeder Webseite und das Problem ist, dass diese Seiten einfach nicht gefunden werden. Da hast du einen Goldschatz wirklich einen Goldschatz, einen Geheimtipp, aber vergessen einen Wegweiser aufzustellen. Das machst du jetzt mal.

Führe deine Besucher ab jetzt gezielt da hin.

  • Vielleicht macht es Sinn, die Seite in dein Menü aufzunehmen?
    Überlege diesen Schritt gut, denn dein Menü sollte schlank und übersichtlich bleiben.
  • Von anderen Seiten und Blogartikeln hier her verlinken.
    Überlege für jeden Champion erneut: Wo passt das Thema in die Kundenreise? Von wo kann ich hier her verlinken?
  • Mach mehr davon!
    Ergänze diese Inhalte regelmäßig.
    Kannst du die Artikel noch mit einem Video oder Schaubildern ergänzen? Dann mach das mal.
  • Rede darüber: Ü-BER-ALL.
    Diese Themengebiete teilst du in Dauerschleife auf Social Media, bewirbst sie und denke auch darüber nach, dazu Gastartikel oder Podcast Interviews zu machen.

Diese Maßnahmen lohnen sich wirklich! Du musst nicht permanent neue Inhalte produzieren. Nutze erst mal die aus, die du hast und die wirklich gut sind. Das du sie deinen Besuchern zugänglich machst ist hier mal der erste Schritt.

2.) Seitenaufrufe: Was dich nicht weiter bringt, kann weg

Seiten, die kaum oder nie aufgerufen werden und eine kurze Verweildauer haben (also uninteressant sind), können weg.

Bei denen überlegst du

  • Ob du die eventuell einfach löschen kannst (dann tu es auch!)
  • Oder sie als Gastartikel woanders anbietest.Manchmal kannst du Content so ganz gut recyceln.
    Gerade, wenn es sich um Rand-Themen deines Fachgebiets handelt.

ACHTUNG: Wenn du Seiten löschst, dann musst du aufpassen, dass du nicht ausversehen Sackgassen dabei produzierst. Also Deadlinks, die dann nirgends hin führen.

Damit das nicht passiert, nutze ich das Plugin „Broken Link Checker“. Da bekomme ich immer einen Hinweis, wenn sowas passiert und kann mir dann überlegen, wohin ich meine Besucher umleite.

3.) Lange Verweildauer: Hier wird konvertiert!

Als letztes sortierst du nach der Verweildauer. Also der durchschnittlichen Zeit auf der Seite.

Wir schauen uns jetzt noch mal gezielt an, wo deine Besucher ihre Zeit wirklich verbringen. Denn wenn deine Besucher lange auf einer Seite waren, ist das vertrauen sehr hoch und hier gibt es fast immer eine Möglichkeit, zu konvertieren.

Also für eine Newsletteranmeldung, einen Sale oder eine Anmeldung zum Vorgespräch. Je nachdem, was bei dir passt.

Bitte einfach immer mal einen Seitenblick auf die Seitenaufrufe haben. Denn ganz eventuell findest du so auch noch mal ein paar Hidden Champions, die du besser in deine Kundenreise einbinden oder einfach mal öfter teilen kannst (Zurück zu Schritt 1).

Wenn du dir anschaust, wo deine Besucher ihre Zeit verbringen, dann findest du die Themenblöcke, die wirklich spannend für deine Zielgruppe sind.

Deine Aufgabe: Gezielt zum Warenkorb führen

  • Was ist das Ziel der Seite?
    Was sollen deine Besucher tun? Schreib das für jede dieser Seiten auf.
  • Realitycheck: Was tun sie wirklich?
  • Gezielte Benutzerführung: Call to Actions nutzen

Ich gebe dir noch eine Anleitung für deine Aufgaben mit.

Realitycheck: Was tun deine Besucher wirklich?

Dazu müssen wir uns den Verhaltensfluss anschauen. Und zwar für jede Seite. Das ist eine akribische und mühselige Kleinarbeit. Aber du kannst mit einer Seite starten und die optimieren und damit hast du schon super viel gewonnen. Wirklich!

Du kannst in den Einstellungen direkt die Seite eingeben, die du dir im Detail anschauen willst.

Dann siehst du, was deine Besucher wirklich machen. gehen sie in den Shop, brechen sie ab? Lesen sie andere Blogartikel? Dann schau dir die Seite genau an. Lies die Texte und schau dir die Bilder an.

Wie kannst du dein Ziel erreichen und die Besucher gezielt umleiten?

  • Welcher Call to Action macht hier Sinn?
  • An welcher Stelle deiner Inhalte kannst du ihn gut einfügen (oben / mitte / unten)?

Setz hier direkt um und verbessere eine Seite. Dann schau dir im nächsten Monat an, ob du auf dem richtigen Weg bist. Du kannst auch gezielt Werbung auf die Seite schalten, um schneller Ergebnisse zu sehen.

Analyse ist ein Marathon, kein Sprint

Muss ich einfach noch mal dazu sagen. Denn das geht oft vergessen. Bleib also dran und setz dich einmal im Monat an deine Analyse. Schau dir deine Renner und Penner an. Was läuft gut und wie kannst du hier noch besser werden?

Ach ja und natürlich auch: Macht das Spaß oder kann das weg – frei nach Marie Kondo 😉

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